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Die Daltons: Die bekanntesten Gegenspieler von Lucky Luke

Wenn es um die bekanntesten Schurken der Comicgeschichte geht, fallen sofort vier Namen: Joe, William, Jack und Averell. Die Daltons sind als Gegenspieler von Lucky Luke längst Kult und aus der Comicwelt nicht wegzudenken. Wer die witzigsten Abenteuer mit Lucky Luke und den Dalton-Brüdern erleben möchte, findet im Egmont Shop eine große Auswahl an zeitlosen Western-Comics.

Wer sind die Dalton-Brüder? 

Treten die fiktiven Dalton-Brüder auf, stehen sie fast immer wie Orgelpfeifen der Größe nach aufgereiht. Optisch absolut identisch, könnten sie charakterlich kaum unterschiedlicher sein.

Joe Dalton

Der kleinste und älteste Bruder ist der unbestrittene Anführer. Joe ist ein extremer Choleriker, dessen legendäre Wutanfälle meist durch Lucky Luke oder den dummen Gefängnishund Rantanplan ausgelöst werden. Seine einzige Schwäche ist Mutter Ma Dalton: Er hasst es abgrundtief, dass sie das Nesthäkchen Averell vorzieht.

William Dalton

Der zweitkleinste Dalton, William, agiert meist als Befehlsempfänger, der Joe oft davon abhalten muss, Averell zu erwürgen. Gelegentlich blitzt bei ihm eigener Ehrgeiz auf, etwa wenn er sich als Meister der List und Verkleidung versucht oder Joe überraschend Paroli bietet.

Jack Dalton

Auch der Zweitgrößte im Bunde fungiert primär als Lückenbüßer und Puffer. Eine seiner wenigen hervorstechenden Schwächen ist seine gelegentliche Zuneigung zum Alkohol, die der Bande bei ihren kriminellen Unternehmungen oder Kutschenfahrten schon manches Mal zum Verhängnis wurde.

Averell Dalton

Der größte und jüngste Dalton ist extrem naiv, hält sich selbst aber für den Schönsten. Er teilt Rantanplans unstillbare Gefräßigkeit („Wann gibt’s was zu essen?“). Das gutmütige Nesthäkchen von Ma Dalton überrascht gelegentlich als talentierter Boxer. Lucky Luke nutzt Averells ehrliche Art oft geschickt aus, um die Pläne der Bande zu durchkreuzen.

Die echten Dalton-Brüder: Gefürchtete Gesetzlose des Wilden Westens

Was viele nicht wissen: Die lustigen Comicfiguren haben reale, äußerst gefährliche Vorbilder. Ende des 19. Jahrhunderts trieb die echte Bande um Bob, Grat, Bill und Emmett Dalton in Amerika ihr Unwesen. Als brutale Bank- und Zugräuber schrieben „The Daltons“ Kriminalgeschichte. Anders als im Comic waren sie jedoch keineswegs liebenswerte Tollpatsche, sondern skrupellose Outlaws. 

Ihre Verbrechensserie fand im Oktober 1892 ein blutiges Ende. Beim Versuch, in ihrer Heimatstadt Coffeyville gleich zwei Banken auf einmal auszurauben, gerieten sie in einen massiven Schusswechsel mit den bewaffneten Stadtbewohnern. Bob und Grat starben im Kugelhagel, während der junge Emmett den Überfall mit unglaublichen 23 Schusswunden schwer verletzt überlebte und später zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Wie die Daltons Teil der Lucky-Luke-Comics wurden

Diese faszinierende und zugleich düstere Historie inspirierte den Comic-Schöpfer Morris. Im Jahr 1951 ließ er die originalen Dalton-Brüder in seinem Band „Die Gesetzlosen“ auftreten. Morris erzählte darin vom Zusammentreffen der historischen Verbrecher mit seinem mutigen Cowboy. Er zeichnete Bob, Grat, Bill und Emmett dabei bereits in dem ikonischen Look, der sie nur durch ihre Körpergröße unterscheidbar machte. Nah an der Realität erzählt, wurden die Schurken am Ende der Geschichte von Lucky Luke zur Strecke gebracht und verloren beim fiktiven Banküberfall ihr Leben. Damit schienen die Daltons als Gegenspieler zunächst Geschichte zu sein.

Ein genialer Schachzug: Goscinny und die fiktiven Dalton-Vettern

Nach der Veröffentlichung dieses Bandes hagelte es Leserbriefe. Morris erkannte rasch, dass er einen erzählerischen Fehler begangen hatte: Die Bösewichte waren bei den Fans extrem beliebt, doch sie waren nun einmal tot. Die entscheidende Idee kam schließlich von Asterix-Texter René Goscinny. Gemeinsam erfanden sie im Album „Vetternwirtschaft“ (1957) kurzerhand Joe, William, Jack und Averell als fiktive Cousins der verstorbenen historischen Räuber.

Die Prämisse war simpel wie genial: Die tölpelhaften Vettern schwören, den Tod ihrer berühmten Verwandten an dem Lonesome Cowboy zu rächen. Dieser Kniff erwies sich als echter Glücksgriff. Da es sich nicht mehr um die echten Verbrecher handelte, hatten die Autoren von nun an völlig freie Hand. Sie konnten die Figuren losgelöst von historischen Fakten in absurde und humorvolle Abenteuer schicken, was den beispiellosen Siegeszug der vier Cousins einläutete.

Warum die Daltons das Herzstück der Lucky-Luke-Comics sind

Die Geschichten rund um die Daltons leben von ihrem einzigartigen Humor und sind ein zentraler Bestandteil der Lucky-Luke-Serie. Zwischen cleverem Wortwitz, absurden Fluchtplänen und den ständigen Streitereien der Dalton-Brüder entsteht ein Chaos, das jedes Abenteuer unvorhersehbar macht. Running Gags wie Averells unstillbarer Hunger, Joes explosive Wutausbrüche oder der strunzdumme Gefängnishund Rantanplan gehören fest zur DNA der Reihe.

Ein typischer Band folgt dabei oft einem bewährten Muster: Die Bande bricht aus, schmiedet völlig überzogene Pläne, verliert sich in internen Konflikten – und am Ende greift der Lonesome Cowboy souverän ein. Gerade der Kontrast zwischen dem besonnenen Lucky Luke und den oft tollpatschigen Dalton-Brüdern sorgt für viele der besten und unterhaltsamsten Momente der Serie.

Diese Mischung aus Western-Action, wiederkehrenden Gags und unfreiwilliger Komik macht die Comics rund um Lucky Luke und die Daltons zu einem Highlight für alle, die humorvolle Abenteuer im Wilden Westen lieben.

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